Dominik Koepfer: „Ich wollte mich professioneller aufstellen“

Noch vor einem Jahr im März erreichte Dominik Koepfer seine Karriere-Bestmarke mit Weltranglisten-Platz 50. Doch Verletzungsprobleme begleiteten den 30-Jährigen über die Saison 2024 hinweg, sodass er mittlerweile aus den Top 100 gefallen ist. Mit einem neuen Coach und neuen Hoffnungen will er sich jetzt wieder zurückkämpfen. Wie das gelingen soll, erklärte er im Interview mit Tennis Channel DE.
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Franziska Bruells - tennis.com/de
Dominik Koepfer in Action

Dominik Koepfer über seinen Gesundheitszustand…

Letztes Jahr hatte ich mir bei Olympia die Sehne im Arm bzw. Ellenbogen angerissen. Bis zum Ende des Jahres habe ich deshalb kaum noch gespielt. Erst im November/Dezember fing ich wieder an, Tennis zu spielen. Dann habe meine Off-Season auf Mallorca mit meinem neuen Coach und neuen Physiotherapeuten absolviert. Das lief gut. Körperlich ging es aber von 0 auf 100 und die Patella-Spitze (Anm. d. Red. Im Knie) hat wieder angefangen wehzutun. Trotzdem habe ich in Australien gespielt, vier ordentliche Matches gemacht und dann in der ersten Runde gegen Jordan Thompson verloren. Danach ging es mir wieder schlechter. Am Knie kam noch eine Schleimbeutelentzündung dazu, was richtig wehtut. In Teneriffa habe ich noch gespielt und dann alles andere abgesagt. Es hätte keinen Sinn gemacht, sich durchzukämpfen mit Schmerzen und ständig mit 6:7 im dritten Satz zu verlieren. Jetzt habe ich schon fünf Wochen kein Tennis mehr gespielt, bin ständig beim Physio und mache Krafttraining.

Wie beeinflusst die Ballproblematik auf der Tour Koepfers Verletzung?

Der Ballwechsel jede Woche hilft natürlich nicht. Beispielsweise in Asien im vergangenen Jahr: Es gab vier Turniere und vier unterschiedliche Bälle. Dann kommt der Davis Cup dazu. Das ist nicht leicht, wenn du nur ein oder zwei Tage Zeit hast, mit dem Ball zu trainieren. Es ist eine andere Belastung für den Arm. Es wäre einfacher, wenn alles standardisiert wäre, drei Bälle für die unterschiedlichen Beläge. Es ist sowieso schon viel, wenn du 50 Wochen im Jahr Tennis spielst und dann solche Belastungen dazukommen.

Über den Druck, den die Verletzungen in Bezug auf sein Ranking mit sich bringen…

Schon vor Indian Wells habe ich gedacht, dass es gut wäre, mal wieder Punkte zu machen. Im vergangenen Jahr konnte ich nur bis Miami Punkte sammeln, weil ich danach wieder verletzt war. Auf Rasen bin ich mit dem Knöchel umgeknickt, dann habe ich mir wieder die Sehne angerissen, dann kam der Ellenbogen. Für mich bedeutet das: Ab nächster Woche sind gefühlt alle Punkte weg und ich stehe wieder auf Platz 200. Das nervt mich, weil ich weiß, dass ich mich wieder durch die Challenger spielen muss. Aber mittlerweile habe ich es akzeptiert. Ich habe es oft geschafft, mich wieder hochzuspielen. Erstmal ist es wichtig, dass ich wirklich gesund und fit bin. 70 oder 80 Prozent reichen meistens nicht. Da kann man sich durch zwei Matches kämpfen, aber keine Turniere gewinnen. Wenn ich jetzt gesund werde, dann kommt das Tennis von alleine. Ich muss mir ein bisschen Zeit geben und dann ist das Ranking hoffentlich am Ende des Jahres wieder da, wo ich es haben will.

Über die Challenger-Tour…

Die Challenger-Tour ist ein Sprungbrett, um in die ATP-Turniere reinzukommen. Bei den Challenger-Events gibt es einige Punkte. Aber ich muss dazu sagen: Das Level bei den Challengers ist mittlerweile richtig gut. Früher war es anders, als ich angefangen habe. Es ist nicht so leicht, sich da wieder durchzuspielen. Du brauchst einen Lauf. Zwei bis drei gute Turniere reichen meistens beim Tennis, um dich wieder nach oben zu katapultieren. Vor zwei Jahren stand ich im Ranking bei 280. Mit zwei Challenger-Turnieren konnte ich mir ein bisschen Selbstvertrauen erspielen und dann lief es bei den ATPs automatisch. Matchpraxis ist auf den Challengers definitiv leichter zu sammeln als bei den ATPs.

Über sein neues Team…

Ich wollte etwas ändern, weil ich in den letzten Jahren so viele Verletzungsprobleme hatte, bzw. kein einziges Jahr durchspielen konnte. Ich wollte mich professioneller aufstellen mit einem Athletik-Coach und einem Vollzeit-Physio. In Deutschland habe ich jemanden gefunden. Und nachdem Struffi im Sommer die Zusammenarbeit mit Carsten Arriens beendet hatte, gab es die Option für mich, mit ihm zu arbeiten. Mitte, Ende Oktober haben wir uns zum ersten Mal getroffen und es hat gut geklappt. So jung bin ich auch nicht mehr, spiele vielleicht noch vier bis fünf Jahre, wenn mein Körper das mitmacht. Deswegen habe ich mich dazu entschieden.

Über seine Teilnahme an der Tennis Channel Bundesliga…

Ich bin schon länger beim TK Grün Weiß Mannheim. Es ist einfach etwas anderes, als jede Woche für sich allein auf der Tour zu spielen. Es macht Spaß und ist eine gute Abwechslung – genau wie Davis Cup oder Olympia. Man kann zusammen abhängen, Dinge unternehmen und hat nicht ständig das Gefühl, dass man allein da draußen auf dem Platz ist. In der Bundesliga sind es nur sechs oder sieben Spieltage, die du zusammen bist. Aber es hat ein bisschen was vom College. Es geht immer darum, dass das Team gewinnt. Egal, wer gewinnt, im Einzel oder im Doppel, man muss einfach Punkte holen. So war es im College auch. Es fiebern alle für die anderen mit und du schaust, dass du den Punkt fürs Team holst.

Das Interview in voller Länge findet ihr auf tennis.com/de.

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