Gleich mehrere Blicke richteten sich auf dem Verbandstag des Westfälischen Tennis-Verbandes am Samstag in Kamen gen Zukunft. Jörg Hochdörffer schwor auf seiner ersten Mitgliederversammlung als WTV-Präsident die rund 180 Gäste mit ambitionierten Zielen auf die Herausforderungen der kommenden Jahre ein. Stellvertretend für gute Vereinsarbeit auf und neben dem Platz wurden die besten Teams des Winters 2024/25 und die Vereine des Jahres geehrt.
Aus ein bisschen Nervosität machte WTV-Präsident Jörg Hochdörffer zu Beginn der Veranstaltung keinen Hehl. Schließlich trat er erstmals auf der Mitgliederversammlung vor die erwartungsfrohen Mitglieder des fünftgrößten Tennis-Landesverbandes in Deutschland. Ein besonderer Gruß im Saal ging an Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen, Ehrenpräsident Robert Hampe sowie die Ehrenmitglieder Elmar Schlüter, Rolf Hüttermann, Norbert Krusch und Lutz Rethfeld
Bürgermeisterin Elke Kappen, gleichzeitig Sportdezernentin ihrer Stadt, wies in ihrer kurzen Rede eindringlich darauf hin, dass Leistungssport und Breitensport wieder besser miteinander verbunden und gewährleistet werden müssen und der Sport auch in schwierigen Zeiten die Kraft hat, die Gesellschaft zusammenzuhalten.
Zukunft WTV 2035
Die Rede von Jörg Hochdörffer war nach vorn gerichtet. So soll die Ausgestaltung von Kernpunkten bis 2035 dabei helfen, das Ziel von 150.000 Mitgliedern im Westfälischen Tennis-Verband zu erreichen. Eine starke Gemeinschaft in Haupt- und Ehrenamt, die digitale Weiterentwicklung, attraktive Wettbewerbsstrukturen, die Stärkung des Ehrenamts, die Förderung von Talenten, eine moderne und nachhaltige Infrastruktur, die Stärkung des Trainerbildes sowie die Übernahme von Verantwortung und das Fördern von Vielfalt zahlen im besten Fall auf diese Vision ein. Eine Vielzahl von Sponsoren und Partnern, von denen der WTV zuletzt einige hinzugewinnen konnte und die auch in Kamen vor Ort waren, dienen u.a. als Fundament.
In der kurzweiligen Talkrunde mit Moderator Folke Wölfer kamen das WTV-Präsidium und die junge J-Teamerin Antonia Harbach zu Wort. Sie erläuterten den Status quo und machte an mehreren Stellen deutlich, mit welchen Herausforderungen der Tennissport konfrontiert ist und wie man diese in Zukunft geschlossen angehen kann und wird. In jeglicher Hinsicht ist der Verband als Impuls- und Ratgeber für seine Vereine gefragt und will diese Rolle in Zunft mehr denn je auf ganzer Bandbreite ausfüllen.
Gute Finanzlage
Jürgen Eilert, Vizepräsident für Finanzen, erläuterte anschließend in seinem Finanzbericht ausführlich das erfreuliche und positive Jahresergebnis des WTV von rund 86.000 Euro (Details sind dem WTV-Geschäftsbericht sowie zu einem späteren Zeitpunkt dem Protokoll zu entnehmen), woraufhin das Präsidium einstimmig entlastet wurde. Auch für 2025 stellte Eilert einen Überschuss im unteren fünfstelligen Bereich in Aussicht.
Das älteste Doppel der Welt
Traditionell nehmen die Ehrungen verdientermaßen einen großen Teil der Mitgliederversammlung ein. Sind es doch die Funktionäre, die Aktiven und die Vereine selbst, die den Verband lebendig machen. So wurden Dietrich Fietkau (TC 22 Rheine & WTV-Referent für Schiedsrichterwesen und Regelkunde) für sein Engagement für den WTV sowie Hermann Maas (TC Buer SWG), Rainer Wegner (TC SG Hagen), Martin Hengesbach (TC Eversberg) und Werner Schönau (TV Altenseelbach) für ihre langjährigen Verdienste in ihren Vereinen mit der Silbernen Ehrennadel bedacht. Nach ihrem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde erhielten Egon Kraft (91 Jahre) und Dietrich Elsner (100 Jahre) vom TV Rhade die Goldene Ehrennadel. Sie waren bereits im Jahr 2023 das älteste Doppel der Welt in einem offiziellen Meisterschaftsspiel. Sie sind ein leuchtendes Beispiel für den Tennissport und der WTV ist stolz, dieses in seinen Reihen zu wissen.
Double für den TC GW Paderborn
Gleich zwei große Auszeichnungen heimste der TC GW Paderborn ein. Für die sportlichen Erfolge im WTV Vereinspokal wurden die Grün-Weißen zum 4. Mal in Folge mit dem 1. Platz bei der Vereinschallenge ausgezeichnet. Die hervorragende Vereinsarbeit beeindruckte hingegen die Jury aus dem Ressort Sport- und Vereinsentwicklung. Auch hier stand der Verein aus der Domstadt ganz vorne. Den 2. Platz belegt der TC BW Wanne-Eickel. Die TSG Westhofen landete auf dem 3. Platz. Vizepräsident Ulrich Steinbach lobte die Vielzahl an hervorragenden Bewerbungen.
Die Besten im Westen
Rund 1.500 Teams gingen in der Winterrunde 2024/25 an den Start. Die besten von ihnen bekamen beim Verbandstag nochmal eine große Bühne. Der TC Deuten bei den Damen und der 1. TC Hiltrup bei den Herren holten erstmals den begehrten Pokal. Die übrigen Titelträger: TC Eintracht Dortmund (Damen 30), TC BW Stadtlohn (Damen 40), PSV Gelsenkirchen (Damen 60), TC BW Sundern (Herren 30), TC BW Bad Laasphe (Herren 40 & 50), THC Münster (Herren 55), TC GW Hiddesen (Herren 60), TC Unna 02 GW (Herren 65), TC RW Bad Oeynhausen (Herren 70). Vizepräsident Michael Ludvik ehrte im Anschluss noch die Deutschen Mannschaftsmeister des TC RW Bad Oeynhausen (Herren 70) und des TV Espelkamp-Mittwald (Herren 75) ebenso wie die WTV-Teams der Altersklasse 40 und 70, die sich ebenfalls die nationale Krone bei den Deutschen Verbandsmeisterschaften aufsetzten.
Ehrenpreis für Talente
Last but not least brandete nochmal kräftiger Applaus auf, denn Eva Bennemann (TC Deuten), Max Schönhaus (TC Iserlohn), Oliver Majdandzic (TC Brackwede) und Patrick Moise (TC BW Halle) wurden von Chefverbandstrainerin Dinah Pfizenmaier und Vizepräsidentin Nicolin Lücke für ihre internationalen und nationalen Erfolge besonders geehrt. Alle konnten mit außergewöhnlichen Leistungen punkten und stehen stellvertretend für eines der erfolgreichsten Jahre der WTV-Talentschmiede in der jüngeren Vergangenheit.
Im kommenden Jahr soll der WTV Verbandstag dann einen neuen Anstrich bekommen. Jörg Hochdörffer nahm offen das Wort Gala in den Mund und weckte damit erste kleine Erwartungen für 2026. Man darf gespannt sein.
Eine Bildergalerie des Verbandstages folgt in Kürze hier und auf den Social Media-Kanälen des WTV.